Wie sich Mobilität im Tourismus verändert
Im Modul Touroperating, Travel & Transport an der HF Tourismus & Management Graubünden (HFT Graubünden) in Samedan lernen Studierende, wie touristische Mobilität funktioniert. Praxisnah, mit Alumni aus der Branche: Patrick Nussbaumer bei EUROBUS im öffentlichen Verkehr und Jonas Roduner bei der Lufthansa Group in der Luftfahrt. Denn Mobilität ist ein zentraler Bestandteil des Tourismus und gleichzeitig eine Branche im Wandel. Elektrifizierung, neue Mobilitätsformen und veränderte Gästebedürfnisse verändern, wie wir künftig reisen.
Das Modul vermittelt die Grundlagen touristischer Mobilität, von der Anreise bis zur Bewegung innerhalb einer Destination. Ergänzt wird der Unterricht durch den direkten Austausch mit Expertinnen und Experten, die den Wandel in der Praxis mitgestalten.
«Die Reise beginnt nicht mehr erst am Ferienort. Die Mobilität wird selbst Teil des touristischen Produktes.» Patrick Nussbaumer, Geschäftsführer EUROBUS ÖV und HFT-Alumnus
Elektromobilität: warum der Bus allein nicht reicht
Der Wechsel vom Diesel zum Elektrobus ist komplexer, als ein Fahrzeug durch ein anderes zu ersetzen. Energieversorgung, Ladeinfrastruktur, Batteriekapazität, Fahrplan und Wirtschaftlichkeit müssen als Gesamtsystem funktionieren. Reichweite und Ladezeiten bestimmen, welche Linien überhaupt elektrifizierbar sind. Die Ladeinfrastruktur braucht Platz, Strom und Investitionen. Und am Ende muss sich der Betrieb rechnen.
Patrick Nussbaumer beschreibt den Wandel so: «Die Frage ist heute nicht mehr, ob der Elektrobus funktioniert, sondern wie wir das Gesamtsystem zum Funktionieren bringen.»
Für die Studierenden wird sichtbar, was hinter dem Begriff Mobilitätswende steckt. Unternehmen investieren nicht nur in neue Fahrzeuge, sie denken ihre gesamte Betriebslogik neu. Solche Zielkonflikte zwischen Nachhaltigkeit, Betrieb und Wirtschaftlichkeit beurteilen zu können, gehört zu den Kompetenzen, die im Studium aufgebaut werden.
Airline Management: was hinter einem Flug steckt
HFT-Alumnus Jonas Roduner, Head of General Offer Management bei der Lufthansa Group, zeigt, wie viele kommerzielle Entscheidungen hinter einem einzelnen Flug stehen. Welche Destinationen werden wann angeflogen? Welche Flotte kommt zum Einsatz? Für welche Zielgruppe welches Produkt, zu welchem Preis? Und wie lässt sich Nachhaltigkeit in diese Entscheidungen integrieren?
Netzwerk, Flotte, Produkt, Revenue und Nachhaltigkeit greifen ineinander, mit dem Ziel, Profitabilität und Kundennutzen zu verbinden. Was Gäste am Ende schlicht als Flug wahrnehmen, ist das Ergebnis eines Zusammenspiels vieler Disziplinen.
Gleichzeitig verändert sich die Branche stark. Konsolidierungen und technologische Entwicklungen verändern Geschäftsmodelle und damit die Anforderungen an zukünftige Mitarbeitende.
«Mobilität entwickelt sich extrem schnell und wird sich weiter verändern. Deshalb ist es wichtig, offen zu bleiben und sich dafür zu interessieren, was in der Welt passiert, von Konsolidierungen bis zu technologischen Entwicklungen und der Frage, wie sich dadurch auch Jobprofile verändern.» Jonas Roduner, Head of General Offer Management bei der Lufthansa Group und HFT-Alumnus
Mobilität wird Teil des touristischen Erlebnisses
Die touristische Leistung beginnt nicht erst im Hotel, bei einer Bergbahn oder in einer Destination. Bahn, Bus, Airline, Velo, Sharing-Angebote und künftig autonome Fahrzeuge werden zunehmend miteinander verknüpft. Gäste erwarten, dass diese Mobilität einfach, komfortabel, digital und zunehmend nachhaltig funktioniert.
Wer touristische Angebote gestaltet, muss diese Kette verstehen und mitdenken können.
«Die Mobilitätswende entscheidet sich nicht auf dem Prospekt eines neuen Elektrofahrzeugs, sondern draussen im täglichen Betrieb. Dort muss sie funktionieren und dort muss sie sich auch rechnen», sagt Patrick Nussbaumer.
Expertenwissen dort erleben, wo es entsteht
Dass Alumni wie Patrick Nussbaumer und Jonas Roduner ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben, zeigt, wohin dieses Studium führen kann. Das Netzwerk der HFT Graubünden umfasst über 30 Jahrgänge, von der Busbranche über Destinationen bis zur internationalen Luftfahrt.
Der direkte Austausch mit Fachleuten aus der Praxis gehört fest zum Studium an der HFT Graubünden. Im Unterricht entstehen die theoretischen Grundlagen. Durch Exkursionen und Gastreferate erleben die Studierenden, welche Fragen Unternehmen tatsächlich beschäftigen, welche Zielkonflikte entstehen und welche Lösungen sich im Betrieb bewähren müssen.
Die Reiseindustrie und Mobilitätsentwicklungen im Tourismus interessieren dich? Dann könnte das Studium Tourismus zu dir passen. Informiere dich jetzt.